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Gut verpackt: In den Wettlauf um die Abschaffung von Plastik investieren

AUSGEWÄHLTER ARTIKEL

Der Markt für nachhaltige Verpackungen wird bis 2027 voraussichtlich um mehr als 6 Prozent pro Jahr wachsen und einen Rekordwert von 412,7 Mrd. Dollar[1] erreichen. Was treibt diesen Trend an, und wie können Investoren davon profitieren?

Zum Teil ist er ein Resultat der steigenden Nachfrage an Verpackungen im Allgemeinen. Prognosen zufolge wird der Verpackungsmarkt bis 2024 die Marke von einer Billion Dollar[2] überschreiten. Mit all diesen Verpackungen steigt auch die Abfallmenge.

Die aktuellsten Zahlen zum Verpackungsmüll aus Europa (aus dem Jahr 2017) zeigen einen Rekordwert von 173 kg pro Einwohner – einen höheren Durchschnitt gab es noch nie.[3]

Zwar hat sich das Recycling verbessert, es ist jedoch bittere Realität, dass nur sehr wenige Kunststoffverpackungen tatsächlich recycelt werden oder überhaupt recycelbar sind. Dies hat zu einem unhaltbaren Plastikmüllproblem auf der ganzen Welt geführt, das die Umwelt verschmutzt, die Ozeane verunreinigt und das Leben im Meer bedroht.

 

Die Wahrheit dahinter

Die Sorgen in puncto Plastik wurden in einem kürzlich erschienenen Bericht des Weltwirtschaftsforums aufgegriffen:

„Nach einem kurzen Erstgebrauchszyklus gehen 95 Prozent des Wertes von Kunststoffverpackungen, das sind jährlich 80-120 Milliarden Dollar, für die Wirtschaft verloren. Unglaubliche 32 Prozent der Kunststoffverpackungen entgehen den Sammelsystemen und verursachen erhebliche Umweltkosten, indem sie die Produktivität lebenswichtiger natürlicher Systeme wie der Ozeane verringern und die städtische Infrastruktur verstopfen. Die Kosten für solche externen Effekte nach der Verwendung von Kunststoffverpackungen zuzüglich der Kosten, die mit den Treibhausgasemissionen aus ihrer Produktion verbunden sind, werden vorsichtig auf 40 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt – das übersteigt die Gewinnmöglichkeiten der Kunststoffverpackungsindustrie.“[4]

 

Nachhaltige Verpackungen sind gefragt

Die Reduzierung von Einwegplastik und die verstärkte Verwendung von recycelbaren, wiederverwendbaren und kompostierbaren Materialien würde die Abfallentsorgungssysteme auf der ganzen Welt entlasten. Dies würde auch die Effizienz der Verarbeitung notwendiger Abfälle erhöhen.

In den letzten Jahren wurden in zunehmend vielen Ländern Gesetze erlassen, die die Verwendung von Einweg-Plastiktüten und -gebinden einschränken. Auch die staatlichen Vorschriften zur Förderung der Nachhaltigkeit von Verpackungen wurden verschärft.[6]

So kündigte die indische Regierung im März 2019 an, die Einfuhr von Kunststoffabfällen zu verbieten, um die Umsetzung einer umweltverträglichen Abfallwirtschaft im Land zu stärken.[7] Dies folgte auf Chinas Entscheidung im Januar 2018, fast alle Kunststoffabfallimporte zu verbieten. Im Jahr 2019 nahm das Land weniger als 1 Prozent seiner Abfallimporte aus dem Jahr 2016 auf. [8]

Diese Politik führte dazu, dass Kunststoffabfälle, die zuvor nach China und Indien verschifft wurden, nun nach einer neuen Heimat suchen. Alternative Destinationen wie Malaysia und Vietnam reduzieren die Abfallimporte allerdings auch schon.[9] Das ist eine gute Sache.

 

Verbrauchernachfrage

Ein Umbruch in den Regulierungen ist nicht nur willkommen, sondern notwendig. Es darf keineswegs vergessen werden, dass damit auch eine Veränderung in den Präferenzen der Verbraucher einhergeht und zwar in Richtung besserer Verpackungen. Von Accenture erhobene Daten ergaben, dass Kunststoff nicht nur von 77 Prozent der Befragten als die am wenigsten umweltfreundliche Art der Verpackung angesehen wurde (während Papierprodukte von 55 Prozent am höchsten eingestuft wurden). Mehr als die Hälfte der Verbraucher erklärten außerdem, sie würden für nachhaltige Produkte, die für die Wiederverwendung oder das Recycling ausgelegt sind, mehr bezahlen.[10] 

Wie Jeremia Adatte, ein Designer und Administrator bei Adatte Design, zusammenfasst: „Heute suchen Marken nach innovativen Verpackungen, weil ihren Kunden Abfall nicht egal ist.[11] „Zudem sehen wir bereits, dass sich Unternehmen als Reaktion auf diese im Wandel begriffenen Verbraucherpräferenzen mit besseren und umweltfreundlicheren Verpackungsprodukten spezialisieren.

So zum Beispiel Billerudkorsnas in Schweden, bekannt für ihre Papierverpackungen aus faserbasierten, erneuerbaren Materialien, oder Brambles in Australien mit wiederverwendbaren Verpackungsprodukten wie Paletten und Containern. Weitere Unternehmen im Ökosystem der nachhaltigen Verpackungen sind Stora Enso in Finnland, der britische multinationale Konzern DS Smith und die SIG Combibloc Group in der Schweiz. Ein größeres öffentliches Interesse und die Sorge um die Umwelt werden diesen Unternehmen wahrscheinlich Rückenwind geben.

Während der Markt weiter wächst, werden nachhaltige Verpackungsprodukte die Auswirkungen auf den Energieverbrauch und die Umwelt reduzieren und in Verbindung mit den richtigen staatlichen Vorschriften und Anreizen den Herstellern helfen, von Schadstoffen und Chemikalien wegzukommen, die das Wasser, den Boden und die Atmosphäre unseres Planeten zerstören.

 

Dieser Sonderartikel wurde von Tematica Research LLC erstellt. Rize ETF Ltd. gibt keine ausdrücklichen oder stillschweigenden Zusicherungen oder Gewährleistungen hinsichtlich der Vollständigkeit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit oder Eignung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen.

 

Verwandter ETF

RIZF: Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF

 

Verweise:

[1] Research Nester, “Sustainable Packaging Market By Material Type (Paper And Paper Board, Plastics, Metal, Glass and Others); By Process (Recycled, Reusable and Degradable); By Type Of Packaging (Flexible and Rigid); By Layers (Primary, Secondary And Tertiary); By Application (Food and Beverage, Healthcare, Personal Care, Industrial and Others) – Global Industry Analysis & Opportunity Evaluation 2017-2027”, April 2020. Available at: https://www.researchnester.com/reports/sustainable-packaging-market/1782[1]

[2] Propak Vietnam, “World packaging market to top US$1 trillion in 2024”, 2020. Available at: https://www.propakvietnam.com/world-packaging-market-to-top-us1-trillion-in-2024/

[3] European Union Law, “A new Circular Economy Action Plan For a cleaner and more competitive Europe”, March 2020. Available at: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1583933814386&uri=COM:2020:98:FIN

[4] World Economic Forum, “The New Plastics Economy: Rethinking the future of plastics”, January 2016. Available at: http://www3.weforum.org/docs/WEF_The_New_Plastics_Economy.pdf?_sm_au_=iVV50t3sk3jV31f5

[5] Supply Chain Solutions Center, “Packaging waste 101: the problem”, 2020. Available at: https://supplychain.edf.org/resources/sustainability-101-packaging-waste-the-problem/

[6] McKinsey, “The drive toward sustainability in packaging—beyond the quick wins”, January 2020. Available at: https://www.mckinsey.com/industries/paper-forest-products-and-packaging/our-insights/the-drive-toward-sustainability-in-packaging-beyond-the-quick-wins#

[7] Informa (Waste 360), “India Announces Plans to Ban Scrap Plastic Imports”, March 2019. Available at: https://www.waste360.com/legislation-regulation/india-announces-plans-ban-scrap-plastic-imports

[8] NPR, “Where Will Your Plastic Trash Go Now That China Doesn’t Want It?”, March 2019. Available at: https://www.npr.org/sections/goatsandsoda/2019/03/13/702501726/where-will-your-plastic-trash-go-now-that-china-doesnt-want-it

[9] IBID

[10] Independent Commodity Intelligence Services, “Consumers willing to pay more for sustainable products”, June 2019. Available at: https://www.icis.com/explore/resources/news/2019/06/04/10374331/consumers-willing-to-pay-more-for-sustainable-products-accenture

[11]  The New York Times, “Reducing the Impact of the Packaging”, November 2020. Available at: https://www.nytimes.com/2020/11/19/fashion/watches-packaging-breitling.html

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