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Kommende Investitionschance: Bricht in Großbritannien 2022 das Jahr der „Blüte“ an?

Obwohl Großbritannien der Sitz des größten medizinischen Cannabisunternehmen der Welt ist, waren Investitionen in diesen Sektor dort bisher relativ verhalten. Laut Rahul Bhushan, Mitbegründer von Rize ETF, könnte sich dies bald ändern.

Dank des in Großbritannien ansässigen Projekts Twenty21 wird dort nun in der bislang größten Studie auf diesem Gebiet die Wirksamkeit und der Nutzen von medizinischem Cannabis untersucht. In den nächsten zwei Jahren wird Twenty21 versuchen, Daten von 20.000 Patienten zu sammeln, die mit medizinischem Cannabis behandelt werden. Die Daten sollen den NHS-Finanzierungsbehörden vorgelegt werden und beweisen, dass die Vorteile von medizinischem Cannabis die potenziellen Risiken überwiegen.

Durch Twenty21 erhalten geeignete Patienten den Zugang zu einer erschwinglichen medizinischen Cannabisbehandlung, was eine Erweiterung des sicheren Zugriffs auf Cannabis-Heilmittel für mehr britische Patienten als bisher bedeutet.

Wir sehen in dieser Entwicklung einen frühen und positiven Indikator einer verbesserten Akzeptanz und Liberalisierung von Cannabis in der Zukunft, wobei ein größerer Fokus und Investitionen in den britischen medizinischen Cannabissektor zu erwarten sind.

 

Kein funktionierender Zugang zu Cannabis

Derzeit gibt es etwa 6.000 Patienten in Großbritannien, die mit medizinischem Cannabis behandelt werden.[1] Twenty21 zufolge verlassen sich alle bis auf drei dieser Patienten gezwungenermaßen auf den privaten Sektor, um die notwendige Behandlung zu erhalten.

So werden im Rahmen des Projekts derzeit sieben unterschiedliche Erkrankungen untersucht: chronische Schmerzen, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Angstzustände, Multiple Sklerose (MS), Tourette-Syndrom, Epilepsie und Substanzmissbrauchsstörungen.[2]

Die medizinischen Fachleute, die hinter dem Projekt stehen, wollen zudem einen Branchenausschuss der Cannabisindustrie gründen, um gegenüber der Regierung mit einer einheitlichen Stimme sprechen zu können.

Nach dem Brexit und nach der Pandemie hat eine ordnungsgemäß regulierte und funktionierende medizinische Cannabisindustrie das Potenzial, eine Menge Arbeitsplätze und Steuereinnahmen für das Land zu generieren.

Status Quo zum Thema Cannabis in Großbritannien

In puncto Verschreibungen liegt Großbritannien derzeit hinter Deutschland, Kanada und den USA zurück.[3] Im Allgemeinen gehen alle Länder, die wir uns angesehen haben, nach demselben Muster vor. Zuerst verhalten sich die medizinischen Einrichtungen zwei Jahre lang zurückhaltend, bevor sie nach drei Jahren nachgeben und sodann die Vorteile einer breiteren Akzeptanz von Cannabis im vierten und fünften Jahr erkennen.[4]

Das wichtigste aus Cannabis gewonnene Medikament, das heute in Großbritannien erhältlich ist, gehört dem in Großbritannien ansässigen GW Pharmaceuticals (GW), dem größten Cannabis-Pharmaunternehmen der Welt, und wird von diesem vermarktet.[5] Das Unternehmen wurde vor etwa 20 Jahren gegründet und hat sich zum Weltmarktführer in der Cannabisforschung und therapeutischer IP entwickelt.[6] 

Das Hauptmedikament von GW, in den USA bekannt als Epidiolex und in der EU als Epidyolex, schrieb im Juni 2018 Geschichte, als es von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung von Symptomen zugelassen wurde, die bei zwei seltenen Formen von Epilepsie im Kindesalter auftreten – dem Lennox-Gastaut-Syndrom und dem Dravet-Syndrom.[7]

Das OKAY der FDA stellte die Weichen für weitere Innovationen im pharmazeutischen Cannabisbereich und führte dazu, dass viele weitere Unternehmen auf den Markt kommen, die andere Therapiebereiche und Anwendungsfälle für Cannabinoide erforschen (Epidiolex wird nur von einem einzigen Cannabinoid abgeleitet, nämlich dem pflanzlichen Cannabidiol oder CBD). Epidyolex ist seit Januar 2020 für den Vertrieb und Verkauf in Großbritannien verfügbar.[8]

Nach der erfolgreichen Markteinführung und dem Aufstieg von GW machte das an der Nasdaq notierte Unternehmen Jazz Pharmaceuticals den Briten ein Sechs-Milliarden-Euro-Kaufangebot. Branchenenthusiasten feierten diesen Moment als wichtige Bestätigung des therapeutischen Potenzials von medizinischem Cannabis.[9] Die bisher größte Akquisition in diesem Bereich wird voraussichtlich in den nächsten Monaten – vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung – abgewickelt.

 

Was folgt jetzt?

Die jüngste Legalisierungswelle bei Cannabis begann in Kanada in den Jahren 2013 und 2014 und schwappte anschließend auf die USA über, bevor sie sich nach und nach weltweit verbreitete. Dennoch hat bis heute lediglich der medizinische Gebrauch die Legalisierung erreicht, die Einstellung zum Freizeitgebrauch für Erwachsene hingegen bleibt gemischt. Vor einem Jahrzehnt gab es nur etwa zehn Länder, in denen Cannabis für den medizinischen Gebrauch legal war. Heute sind es über 70.[10]

Wir gehen davon aus, dass die Entstigmatisierung, die in den USA und Kanada stattfindet, schlussendlich vollständig nach Europa exportiert werden wird. Wir sind davon überzeugt, dass die Legalisierung für Erwachsene über die Grenzen Europas schwappen wird.

Derzeit gibt es in Europa keine nennenswerten „einheimischen“ Cannabisunternehmen (abgesehen von GW, die heute allerdings großteils in den USA agieren). In Ermangelung eines breiten Mixes an einheimischen Akteuren erscheinen die Vorteile der Liberalisierung und Legalisierung in Europa aus wirtschaftlicher Sicht weniger offensichtlich. In Nordamerika, wo es Hunderte von Unternehmen gibt, die in diesem Bereich tätig sind, sehen die Erfahrungen ganz anders aus.

Dies hat sich auch auf die Einstellung der Investoren ausgewirkt. In Nordamerika haben Investoren die Ankunft einer Welle von Cannabisunternehmen nach der anderen miterlebt und beobachtet, wie sie die steigende Nachfrage befriedigen, wachsen und beginnen, Einnahmen zu generieren. Zwar hat Nordamerika einen Vorsprung, dennoch erwarten wir, dass Europa mit der Zeit nachziehen wird.

Initiativen wie Twenty21 sind genau das, was es braucht, um die Akzeptanz und das Verständnis für den medizinischen Cannabiskomplex zu beschleunigen. Wir sind gespannt auf die Fortschritte und erwarten eine fortschreitende und schnellere Entwicklung des britischen Cannabismarktes in den nächsten Jahren.

 

Verwandter ETF

BLUM: Rize Medical Cannabis and Life Sciences UCITS ETF

 

Verweise:

[1] New Frontier Data, “Project Twenty21, Trying to Prove the Case for Medical Cannabis in the U.K.”, April 2021. Available at: https://newfrontierdata.com/cannabis-insights/project-twenty21-trying-to-prove-the-case-for-medical-cannabis-in-the-u-k/

[2] IBID

[3] IBID

[4] IBID

[5] IBID

[6] Bloomberg, “Market Capitalisation Metrics”, 26 April 2021. Available at: www.bloomberg.com

[7] GW Pharmaceuticals, “About Us”, 2021. Available at: https://www.gwpharm.co.uk/about-us

[8] National Organization for Rare Disorders, “Rare Disease Database”, 2021. Available at: https://rarediseases.org/rare-diseases/lennox-gastaut-syndrome/

[9] NHS Specialist Pharmacy Service, “Cannabidiol”, 21 April 2021. Available at: https://www.sps.nhs.uk/medicines/cannabidiol/

[10] Wall Street Journal, “Jazz Pharmaceuticals to Buy Cannabis-Based Drugmaker GW Pharma for $6.7 Billion”, February 2021. Available at: https://www.wsj.com/articles/jazz-pharmaceuticals-to-buy-cannabis-based-drugmaker-gw-pharma-for-6-7-billion-11612370417

[11] New Frontier Data, Medical Cannabis Research – Data obtained from New Frontier Data’s research division through dialogue with Mr. John Kagia, Chief Knowledge Officer, April 2021.

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