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      Geht Der Kauf

          Die Zukunft des Zahlungsverkehrs: Wenn Transaktionen zu Erlebnissen werden

          Es sollte nicht überraschen, dass das digitale Zahlungsverkehrsvolumen bis 2026 voraussichtlich jährlich um 12,8 Prozent wachsen wird.[1] Sobald man sich umsieht, erblickt man die Indizien, dass Bargeldtransaktionen immer seltener werden, da die Digitalisierung immer mehr Teil unseres Alltags wird. Die folgende Grafik zeigt nicht nur die starke Wachstumsrate des digitalen Zahlungsverkehrs weltweit in den letzten Jahren, sondern auch eine Prognose dieser Entwicklung für die Zukunft.

          Innovative Technologien in den Bereichen Internet, E-Commerce und der Smartphone-Technologie haben dieses beispiellose Wachstum vorangetrieben. Und während die Corona-Pandemie sicherlich ein Katalysator für den generationenübergreifenden Wandel hin zu digitalen Zahlungen war, einschließlich der Einführung von mobilem Points-of-Sale (PoS) und Online-Handel, geht es bei der Erfolgsstory der digitalen Zahlungen um viel mehr als nur darum, die Hürden zwischen Händlern und Verbrauchern zu reduzieren. In zunehmendem Maß geht es auch um Plattformen der nächsten Generation, die ein personalisiertes E-Commerce-Erlebnis, nahtlos eingebettete Zahlungslösungen und eine End-to-End-Integration über verschiedene Zahlungsdienste hinweg vorantreiben.

          Unsere These lautet, dass die grundlegende Innovation, die das langfristige Wachstum für die Bildung der digitalen Zahlungsinfrastruktur von morgen untermauert, erst jetzt umgesetzt wird.  Während Zahlungen der nächsten Generation derzeit nur einen kleinen Teil bestehender Transaktionen ausmachen, prognostizieren wir, dass sich das sich das ändern wird: In den kommenden Jahren werden sich schnelle, bargeldlose Zahlungen deutlich rasanter verbreiten – vor allem im Einzelhandel.

           

          Jetzt kaufen, später bezahlen

          Früher konnten wir bargeldlose Zahlungen nur auf zwei Arten leisten: Mit Debitkarten und Kreditkarten. Die Entwicklung der Buy Now Pay Later (BNPL)-Dienste hat eine dritte Option geschaffen, indem sie den Verbrauchern kurzfristige, zinslose Finanzierungen für den Kauf von Waren und Dienstleistungen ermöglicht. Der Unterschied besteht darin, dass BNPL-Zahlungen später zu leisten sind, typischerweise über einen Ratenplan. BNPL-Dienste sind seit Mitte der 2010er Jahre auf dem Vormarsch, aber vor allem während der Pandemie bauten sie ihre Präsenz aus und erwiesen sich besonders unter jüngeren Generationen wie der „Generation Z“ als besonders beliebt. Diese Kohorte der „Digital Natives“ zeigt eine klare Vorliebe für die Transparenz, Flexibilität und Leichtigkeit, mit denen BNPL-Dienste aufwarten.

          Aktuell existieren auf der ganzen Welt mehr als 150 BNPL-Anbieter.[2] In Europa wird erwartet, dass sich die jährliche Wachstumsrate für die Branche zwischen 2020 und 2024 fast verdoppeln wird.[3] Zudem ist damit zu rechnen, dass der Markt bis zum gleichen Zeitpunkt bereits 13,6 Prozent aller E-Commerce-Zahlungen beanspruchen wird.[4] Dass dieses Wachstum nicht unbemerkt geblieben ist, wird auch dadurch unter Beweis gestellt, dass das größte Technologieunternehmen der Welt – Apple – kürzlich bekannt gab, zusammen mit Goldman Sachs einen Service zu entwickeln, der Kunden ermöglicht, Apple Pay-Zahlungen in Raten zu leisten.[5] Insbesondere das Ökosystem von Apple hat das Potenzial, die Zugänglichkeit von BNPL-Diensten für die globale Nutzerbasis des Unternehmens zu erweitern. Apple kündigte an, seinen Kunden zu ermöglichen, die Kosten ihrer Einkäufe für einen Zeitraum von sechs Wochen ohne Gebühren oder Zinsen in Raten aufzuteilen.

          Aber nicht nur die Verbraucher sind die Nettonutznießer von BNPL. Auch Händler haben dank der Zugänglichkeit zu neuen Kundensegmenten und Märkten von BNPL profitiert. Mit der Erweiterung der Kundenbasis ist die Checkout-Conversion bei Händlern gestiegen und die Kundenbindung hat sich verstärkt, da diese flexiblen Einkaufserlebnisse den Kunden eine größere Vielfalt an Zahlungsoptionen geboten haben.

          Wir glauben, dass der Erfolg von BNPL zeigt, wie neue Zahlungsmethoden das Potenzial haben, traditionelle Zahlungsmethoden herauszufordern und zu stören, indem sie neue und flexiblere Optionen bieten. Wir glauben, dass auch andere Zahlungsmethoden vielversprechend sind, wie z.B. unsichtbare, biometrische und Kryptowährungs-Zahlungen, aber diese befinden sich noch in einem früheren Stadium ihres Anwendungszyklus.

          Unsichtbare Zahlungen

          Wenn man bedenkt, wie unser Leben durch Technologien wie Uber für das Anfordern von Taxis, Deliveroo für das Bestellen von Essen oder Spotify für das Hören von Musik bequemer geworden ist, dann vergisst man oft zu berücksichtigen, dass bei all diesen Diensten im Hintergrund Zahlungsvorgänge ablaufen. Das Konzept des unsichtbaren Zahlungsverkehrs sieht vor, dass die Verbraucher ein Geschäft betreten, ihre Waren in die Hand nehmen und einfach wieder hinausgehen können, während die Bezahlung mühelos im Hintergrund erfolgt.

          Das ist der Gipfel der Bequemlichkeit. Bei Amazon Go in den USA und im Vereinigten Königreich und Bingobox in China wird dieses Konzept bereits praktiziert. Laut einer Capgemini-Umfrage aus dem Jahr 2021 nutzen derzeit weniger als 10 Prozent der Kunden diese Methode, aber etwa die Hälfte der Befragten plant, sie in den nächsten ein bis zwei Jahren zu nutzen.  Amazon vermarktet seinen Service mit dem Slogan “take it away and get back to your day”, der die Vorstellung eines völlig mühelosen Einkaufserlebnisses hervorruft.[6]

          Vor kurzem hat auch Mercedes-Benz seinen “Fuel & Pay”-Service angekündigt.[7] Der Service digitalisiert alles an der Tankstelle, außer das Tanken des Fahrzeugs selbst. Sobald sich der Fahrer wieder hinter das Steuer setzt, zeigt das Auto eine Bestätigung des gezahlten Betrags sowie die Menge, die Kraftstoffart und den Preis pro Liter an. Dies eröffnet die Möglichkeit eines reibungslosen Drive-Through-Erlebnisses. In Zukunft könnte es sogar möglich sein, Kaffee, Erfrischungen und Lebensmittel direkt aus dem Auto heraus zu bestellen und zu bezahlen, so dass nur noch der nicht-digitale Schritt der Entgegennahme der bezahlten Artikel durch das Autofenster vom „alten“ Einkaufserlebnis übrig bleibt. Die digitale ePayment-Plattform von Mercedes-Benz unterstützt auch Zahlungen im Auto sowie die Zahlungsabwicklung über die App und den Webshop. Es ist eine reibungslose Einkaufserfahrung im Auto.

          Aufbau einer neuen Infrastruktur auf bestehender Infrastruktur

          Das Schöne an Innovationen im Zahlungsverkehr der nächsten Generation sind auch die Auswirkungen auf Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette des Zahlungsverkehrs. Sie haben wahrscheinlich schon vom schwedischen Unternehmen Klarna gehört, einem Vorzeigeunternehmen für BNPL-Dienste, das seit seiner Gründung im Jahr 2005 ein enormes Wachstum verzeichnen konnte.

          Im Jahr 2020 ging Klarna eine Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Zahlungsabwicklungsunternehmen Marqeta ein, einem Unternehmen, das eine API-basierte Plattform betreibt, die Karten sowohl in physischer als auch in virtueller Form ausgibt. Die Technologie von Marqeta ermöglicht es den Käufern, ihre Zahlungsart zu wählen, und bietet Klarna die Kontrolle über den gesamten Transaktionsfluss, von der Ausgabe der Karte bis zur Autorisierung der Transaktion, einschließlich der Finanzierung in Echtzeit.

          Die Partnerschaft hat es Klarna ermöglicht, in die USA und nach Australien zu expandieren, indem es Händlern eine Reihe von Dienstleistungen anbietet, darunter die Ausstellung von „Geisterkarten“, die Autorisierung von Transaktionen und die Just-in-Time-Finanzierung, eine Methode, mit der ein Konto während des Transaktionsprozesses automatisch in Echtzeit aufgeladen wird, anstatt vor dem Kauf Geld aufzuladen.[8]

          Die Zusammenarbeit von Klarna und Marqeta ist ein Beispiel dafür, wie zwei Zahlungsunternehmen zusammenkommen, um auf der Infrastruktur des jeweils anderen aufzubauen. Dank dieser Zusammenarbeit hat Klarna über 575.000 australische Kundenkonten gewonnen und bietet seinen Service nun über 400 Einzelhändlern an.  Klarna[9] und Marqeta geben inzwischen auch eine neue Karte – die Klarna Card – aus, mit der man überall in den USA bezahlen kann.[10] Die Karte bietet US-Verbrauchern einen zweiwöchentlichen Rückzahlungsplan, der es ihnen ermöglicht, ihre Zahlungsfristen einzuhalten.

           

          Fazit

          Da die Verbraucher Zahlungen der nächsten Generation annehmen, glauben wir, dass digitale Transaktionen letztendlich die Form digitaler Erfahrungen annehmen werden. Aus diesem Grund wird der (derzeit) geringe Anteil der Verbraucher, die neue Zahlungsmethoden der nächsten Generation nutzen, in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich drastisch ansteigen. Wir haben erörtert, wie dies bei BNPL und unsichtbaren Zahlungen der Fall ist, dass aber auch andere Zahlungsmodelle wie biometrische Zahlungen und Zahlungen mit Kryptowährungen werden voraussichtlich zunehmen werden. Nach Angaben von Capgemini werden die letztgenannten Zahlungsarten derzeit von weniger als 10 Prozent der Verbraucher genutzt. Da die Menschen jedoch ein erfüllenderes Zahlungserlebnis suchen, wird erwartet, dass dieser Anteil in den nächsten zwei Jahren auf etwa 50 Prozent ansteigt.[11] Wir gehen davon aus, dass sich insbesondere die Biometrie weiter verbreiten wird, da sie den zusätzlichen Vorteil hat, dass sie Sicherheitsbedenken ausräumt.

          Das beispiellose Wachstum des digitalen Zahlungsverkehrs ist auf den weltweiten Boom des Online-Handels zurückzuführen. Ausschlaggebend dafür waren die Bequemlichkeit und die personalisierten Einkaufserlebnisse, die den Verbrauchern geboten wurden. Diese Vorteile wurden bisher vor allem in der digitalen Welt genutzt, beginnen nun aber auch in der physischen Welt Einzug zu halten. Die erfolgreichen Zahlungsverkehrsunternehmen der Zukunft werden sich diese Dynamik zunutze machen und gleichzeitig auf die Kapazitäten entsprechender, moderner Plattformen und die Nutzung gemeinsamer Infrastrukturen setzen. Diese Unternehmen werden ein überragendes Zahlungserlebnis bieten, das unsichtbar, praktischer und nahtlos ist und somit das sich verändernde Verbraucherengagement aufgreift, das sich in den letzten zwei Jahrzehnten im digitalen Bereich durchgesetzt hat.

           

          Verwandter ETF

          PMNTRize Digital Payments Economy UCITS ETF

           

          Quellen:

          [1] Statista, digitale Zahlungen weltweit, Juni 2022. Verfügbar unter: https://www.statista.com/outlook/dmo/fintech/digital-payments/worldwide

          [2] FXC Intelligence, Juni 2022. Verfügbar unter: https://www.fxcintel.com/research/reports/the-state-and-future-of-bnpl-buy-now-pay-laters-place-in-payments

          [3] Ebd.

          [4] Ebd.

          [5] Reuters, Juli 2021. Verfügbar unter: https://www.reuters.com/technology/apple-goldman-sachs-planning-buy-now-pay-later-service-bloomberg-news-2021-07-13/

          [6] World Payments Report 2021 Voice of Customer Umfrage, N=6, 300, Capgemini Financial Services Analyse, 2021.

          [7] Mercedes Benz, März 2021. Verfügbar unter: https://group-media.mercedes-benz.com/marsMediaSite/en/instance/ko/New-Mercedes-me-Fuel–Pay-service-enables-contactless-and-convenient-payment-right-at-the-pump.xhtml?oid=49221291

          [8] Marqeta. Verfügbar unter: https://www.marqeta.com/docs/developer-guides/about-jit-funding

          [9] Savi |ngs.com, Januar 2021. Verfügbar unter: https://www.savings.com.au/buy-now-pay-later/buy-now-pay-later-platform-klarna-surpasses-500-000-customers

          [10] Marqeta, Juni 2022. Verfügbar unter: https://www.marqeta.com/blog/2022/06/02/klarna-card

          [11] World Payments Report 2021 Voice of Customer Umfrage, N = 6, 300, Capgemini Financial Services Analysis, 2021.

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