So Geht Der Kauf

          Themen Kommentar – 31 März

          Beim Engagement in die sich schnell entwickelnden Märkte von heute müssen Anleger auf der Hut sein. Schließlich stehen sie vor der Aufgabe, hinsichtlich der neuesten Trends und Themen, die für das Wirtschaftswachstum der Gegenwart verantwortlich sind, ständig auf dem Laufenden zu bleiben. In diesem monatlich publizierten Marktkommentar geben wir einen Überblick über die Investmenthemen, denen wir uns gewidmet haben und zeigen neue Chancen und Herausforderungen auf, die sich in diesem Zusammenhang offenbaren. Es ist uns ein Anliegen, ein umfassendes Wissen zu diesen Themen zu vermitteln, damit Sie als Anleger fundierte Anlageentscheidungen treffen und Ihre Anlageziele erreichen können.

           

          Umweltbelastung und Nachhaltigkeit[1]

          Die Industrie für Lithium-Ionen-Batterien steht vor einem Rekordjahr, da die weltweite Batterieproduktion 2023 voraussichtlich zum ersten Mal eine Gesamtkapazität von einer Terrawattstunde (1 TWh) übersteigen wird. Dies entspricht gegenüber dem Produktionsvolumen von 2018 einen signifikanten Anstieg von über 500 Prozent, wie der Informationsanbieter Benchmark Mineral Intelligence berichtet. Die Branche hat damit die Erwartungen der Analysten übertroffen, die 2018 vorhersagten, dass erst im Jahr 2028 erstmals Batterien mit einer Gesamtkapazität von 1 TWh produziert würden. Dieses Wachstum kann auf die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Energiespeicherprojekten zurückgeführt werden, die durch staatliche Maßnahmen weltweit gefördert werden. Angesichts der wachsenden Umweltbelastungen und der Notwendigkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, fördern Regierungen weltweit die Einführung erneuerbarer Energien und die Nutzung von Elektrofahrzeugen.

          Diese Nachfrage hat einen Boom in der Lithium-Ionen-Batteriebranche ausgelöst, die voraussichtlich noch weiterwachsen wird. Interessanterweise wurden laut Bloomberg New Energy Finance im ersten Quartal 2023 11-mal mehr Batterien in E-Fahrzeuge eingebaut als in Netzspeicher, was die Vorteile der sogenannten Vehicle-to-Grid-Technologie – also das Übertragen von Strom von E-Autos zurück in das Stromnetz – unterstreicht. Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und Energiespeichersystemen wird voraussichtlich das Wachstum von Lithium-Ionen-Batterien weiter vorantreiben und sie zu einer attraktiven Investitionsmöglichkeit für Unternehmen machen, die an der Umstellung auf erneuerbare Energien teilhaben wollen.

           

          Nachhaltige Lebensmittelsysteme[2]  

          2022 war für pflanzliche Lebensmittel ein schwaches Jahr: Die Verkäufe von pflanzlichem Fleisch gingen deutlich zurück. Deena Shanker von Bloomberg berichtete, dass die Verkäufe von gekühltem pflanzlichem Fleisch in US-Supermärkten – wie beispielsweise Wurst des Herstellers Impossible Foods – zwischen Dezember 2021 und Dezember 2022 um etwa 14 Prozent zurückgingen. Trotz dieser unterdurchschnittlichen Entwicklung sind – aus einer anderen Perspektive betrachtet – auch sehr erfreuliche Neuigkeiten aus dieser Branche zu vermelden. Viele Unternehmen, die pflanzliches Fleisch anbieten, expandierten 2022 in neue Märkte oder brachten neue Produkte auf den Markt. Ein Beispiel sind die vom US-Unternehmen Beyond Meat eingeführten Steakspitzen. In den USA klassifizierte die Food and Drug Administration zudem das von UPSIDE Foods eingeführte kultivierte (im Labor gezüchtete) Hühnerfleisch, das aus der Vermehrung tierischer Zellen in Gefäßen, die denen zum Bierbrauen ähneln, hergestellt wird, als „sicher für den menschlichen Verzehr“ – ein Meilenstein für die Branche.

          Die Niederlande kündigten eine Investition in Höhe von 60 Millionen Euro in Zuchtfleisch an, die höchste Summe, die zu diesem Zeitpunkt von einer Regierung investiert wurde, und auch Israel, Kalifornien und andere Regierungen erhöhten ihre Unterstützung für kultiviertes Fleisch. Und das israelische Start-up-Unternehmen Believer Meats begann den Bau der weltweit größten Anlage für kultiviertes Fleisch, die in den USA errichtet werden soll. Wir gehen davon aus, dass Regierungen noch in diesem Jahr damit beginnen werden, langfristige und risikotolerante Unterstützung für die Erforschung alternativer Proteine zu gewähren, ähnlich wie dies anderen High-Tech-Branchen wie der E-Mobilität passiert ist.

          Plant-based food

          Bildungstechnologie und digitales Lernen[3]

          Die rasante Entwicklung von Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Robotik hat erhebliche Auswirkungen auf alle Branchen, auch auf das Bildungswesen. Um das Potenzial von KI in diesem Sektor voll auszuschöpfen, ist es von entscheidender Bedeutung, kommende Generationen frühzeitig mit KI vertraut zu machen und diese Technologie in den Unterricht einzubeziehen. Viele Lehrer stellen heute fest, dass ihre Schüler KI-Technologien bereits in Verbindung mit sozialen Medien nutzen, was sie für ihre pädagogischen Anwendungen empfänglicher macht. Überdies gibt es eine wachsende berufliche Nachfrage nach KI-Kenntnissen. Laut Bernard Schroeder, einem leitenden Mitarbeiter von Forbes, prognostiziert das US Bureau of Labor Statistics, dass der Bereich der Datenwissenschaften bis 2026 um etwa 28 Prozent wachsen wird, was auf ein starkes Wachstum der beruflichen Fähigkeiten im Bereich der Datenwissenschaften hindeutet. Mit dem zunehmenden Einsatz von Technologie wird auch die Nachfrage nach Datenwissenschaftlern und anderen KI-Spezialisten steigen, da die Datenverarbeitung und -analyse immer ausgefeilter wird.

           

          Medizinische Nutzung von Cannabis[4]

          Die deutsche Bundesregierung erwägt, den Verkauf von Cannabis für Freizeitzwecke ab dem nächsten Jahr zu legalisieren. Dies geht aus einem vorläufigen Konzept hervor, das Gesundheitsminister Karl Lauterbach der Europäischen Kommission am 16. März 2023  vorgelegt hat. Die Regierung hatte schon im Oktober einen Entwurf für die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene veröffentlicht, der nach eigenen Angaben die öffentliche Gesundheit verbessern soll. Lauterbach betonte, dass dieser nur dann in den Bundestag eingebracht werde, wenn die darin enthaltenen Vorschläge mit EU-Recht vereinbar sind. Die Pläne sehen vor, dass Cannabis nicht mehr als Betäubungsmittel eingestuft wird und dass Bürger über 18 Jahren bis zu 30 Gramm der Droge für den persönlichen Gebrauch mit sich führen dürfen. Außerdem würde es Verbrauchern erlaubt, bis zu drei Pflanzen zu Hause anzubauen und lizenzierten Geschäfte und Apotheken gestattet, Cannabisprodukte zu verkaufen.

          Wenn der Bundestag dem Gesetz zustimmt, könnte es in mehreren Phasen bis Mitte 2024 umgesetzt werden. Damit wäre Deutschland der größte regulierte, nationale Cannabismarkt der Welt und das erste Land der EU, das den kommerziellen Verkauf von Cannabis erlaubt – mit potenziell weitreichenden Folgen für den gesamten Euroraum. In den Niederlanden, dem Land, das in der öffentlichen Wahrnehmung so stark mit dem „legalen Kiffen“ in Verbindung gebracht wird wie kein zweites, sind der Anbau und der Verkauf der Droge in den so genannten Coffeeshops de jure illegal, werden aber toleriert. In anderen Ländern, darunter Malta, ist Cannabis zwar legalisiert, aber nur in einem begrenzten Umfang.

          Lab-grown cannabis

          Digitale Zahlungswirtschaft[5]

          Die Unternehmensbewertungen im gesamten Zahlungsverkehrssektor sind im vergangenen Jahr erheblich gesunken. Der Online-Bezahldienst Stripe ist das jüngste Beispiel: Das Unternehmen hat jüngst eine Finanzierungsrunde in der Höhe von 6,5 Milliarden Dollar gestartet – mit einem deutlichen Abschlag seiner Unternehmensbewertung. Denn der im Zuge der Finanzierungsrunde angegebene Unternehmenswert von 50 Milliarden Dollar liegt deutlich unter dem im März 2021 angegebenen Wert von 95 Milliarden. Der Rückgang spiegelt einen allgemein gedämpften Markt wider, der auch dazu geführt hat, dass die Unternehmen ihre Belegschaft erheblich verkleinert und niedrigere Prognosen für ein Jahr abgegeben haben, das bereits von einem Preisdruck bei den Lebenshaltungskosten betroffen ist und in dem viele noch immer mit einer globalen Rezession rechnen.

          Ein weiterer Punkt, der am 17. März 2023 unsere Aufmerksamkeit erregte, ist die Änderung des Global Industry Classification Standard (GICS) für den Sektor „Finanzen“, zu dem nun auch Unternehmen aus dem Bereich “Mobile Zahlungen und Zahlungsverarbeitung” gehören. Diese wurden bisher dem Sektor „Informationstechnologie“ zugeordnet. Diese Unternehmen stehen im Mittelpunkt des Umbruchs im traditionellen Finanzwesen, das wie praktisch alle Wirtschaftssektoren auch von der Digitalisierung betroffen ist. Nach der offiziellen GICS-Änderung macht der Finanzsektor nun etwa 14 Prozent im S&P 500 Index aus, zuvor waren es 11 Prozent.

           

          Heimtierbranche[6]

          Die mit Spannung erwarteten Daten der American Pet Products Association (APPA) zum diesjährigen Stand der Branche wurden im März veröffentlicht und bieten einen umfassenden Überblick über die Leistung der Heimtierbranche im vergangenen Jahr. Dem Bericht zufolge übersteigt der Gesamtumsatz der Heimtierbranche in den USA im Jahr 2022 die beeindruckende Summe von 136,8 Mrd. Dollar, was einer Steigerung von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Zahlen umfassen Heimtierfutter und -leckereien, tierärztliche Versorgung und Produkte, Zubehör, lebende Tiere, rezeptfreie Medikamente und andere Dienstleistungen, was das beträchtliche Wachstum der Heimtierbranche in verschiedenen Sektoren verdeutlicht.

          Der beträchtliche Umsatzanstieg ist zum großen Teil auf die höher als erwartete Inflation sowie auf den wachsenden Trend zur Heimtierhaltung zurückzuführen. Trotz der durch die Pandemie hervorgerufenen wirtschaftlichen Unsicherheiten legen die Menschen weiterhin großen Wert auf das Wohlergehen ihrer Haustiere, was die Nachfrage nach Heimtierprodukten und -dienstleistungen ankurbelt. Darüber hinaus ist die Zahl der Haustierbesitzer wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückgegangen, nachdem die Popularität von Haustieren während der Pandemie zugenommen hatte. Während sich die Welt langsam von der Pandemie erholt, wird erwartet, dass die Heimtierbranche aufgrund der großen Bedeutung von Haustieren im Leben vieler Menschen weiterwachsen wird. Die APPA stellte ihre Daten zum Stand der Branche erstmals auf der Global Pet Expo am 23. März 2023 im Orange County Convention Center in Orlando, Florida, vor.

          pets

          Cybersicherheit und Datenschutz[7]

          Im Zuge des technologischen Fortschritts wird die Bedeutung von Maßnahmen zur Cybersicherheit immer wichtiger. Laut einer Studie von Cybersecurity Ventures wird die Cyberkriminalität die Welt bis 2025 jährlich 10,5 Billionen US-Dollar kosten, was die erhebliche Bedrohung für Unternehmen als auch Privatpersonen verdeutlicht. Die Verbreitung von Smart Devices und Cloud Computing hat die Komplexität der Bedrohungslage nur noch erhöht, denn Cyberangriffe werden immer raffinierter und schwerer zu erkennen. Darüber hinaus hat die Pandemie die Einführung der Remote-Arbeit beschleunigt, was zusätzliche Herausforderungen für die Cybersicherheit mit sich bringt. Im Jahr 2020 stieg die Zahl der Phishing-Angriffe um 600 Prozent und die durchschnittliche Lösegeldforderung bei sogenannten Ransomware-Angriffen um 33 Prozent, da die Angreifer Schwachstellen in Fernarbeitskonfigurationen ausnutzten. Laut einer Studie von Tanium erlebten 90 Prozent der Unternehmen einen Anstieg der Cyberangriffe aufgrund von Fernarbeit.

          Die Verflechtung von Systemen und Netzwerken bedeutet auch, dass ein Angriff auf ein System weitreichende Folgen für andere Systeme haben kann, was den Bedarf an Cybersicherheitsmaßnahmen noch offenkundiger macht. Laut einem Bericht von Cybersecurity Ventures wird erwartet, dass die weltweiten Ausgaben für Cybersicherheitsprodukte und -dienstleistungen in den nächsten fünf Jahren kumulativ eine Billion US-Dollar übersteigen werden, wobei die Unternehmen jedes Jahr mehr für Cybersicherheit ausgeben.

           

          Internet und E-Commerce in Schwellenländern[8]

          Morgan Stanley veröffentlichte im März einen Bericht, in dem das Investmenthaus das Potenzial von Wachstumstiteln in Asien und den Schwellenländern im Vergleich zu ihren wertorientierten Konkurrenten als “ausgesprochen gut” bezeichnete. Gilbert Wong vom Quant-Strategies-Team der Bank schrieb in einem Vermerk, dass “die Liquiditätsspritzen für die Finanzsysteme der USA und Europas, die überraschende Senkung des Mindestreservesatzes in China … und die nach unten tendierenden US-Zinsen darauf hindeuten, dass [die Schwellenländer] jetzt wieder Rückenwind bekommen”.

          Auch die Rezessionsängste in den USA und Europa sprechen für die Schwellenländer. So melden beispielsweise Entwicklungsländer von Indien bis Brasilien einen Rückgang des Verbraucherpreiswachstums. Die jährliche Verbraucherpreisinflation in Indien verlangsamte sich leicht auf 6,44 Prozent im Februar 2023 gegenüber 6,52 Prozent im Januar. Die brasilianische Verbraucherpreisinflation ging im Februar 2023 den achten Monat in Folge auf 5,60 Prozent im Jahresvergleich zurück. Die jährliche Inflationsrate Südafrikas gab im dritten Monat in Folge nach und lag im Januar 2023 bei 6,9 Prozent, noch im Vormonat lag die Rate bei 7,2 Prozent. Das vermindert die Notwendigkeit von Zinserhöhungen in einigen der größten Schwellenländer. Schätzungen von Bloomberg gehen für die Schwellenländer in den Jahren 2023 und 2024 von einem durchschnittlichen Wachstum von vier Prozent aus. Das ist wesentlich höher als die entsprechenden Schätzungen für die USA. Auch die Erträge in den Schwellenländern beginnen sich zu verbessern, wozu Chinas wirtschaftliche Erholung nach COVID-19 erheblich beiträgt. Darüber hinaus hat China (im Gegensatz zu anderen Teilen der Welt) seine Geldpolitik gelockert, was gute Voraussetzungen für Investitionen in Schwellenländer bietet.

           

          Verwandte ETFs

          RCRS: Rize Cybersecurity and Data Privacy UCITS ETF 

          PMNT: Rize Digital Payments Economy UCITS ETF

          LERN: Rize Education Tech and Digital Learning UCITS ETF

          ECOM: Rize Emerging Market Internet and Ecommerce UCITS ETF

          WRLD: Rize Environmental Impact 100 UCITS ETF

          BLUM: Rize Medical Cannabis and Life Sciences UCITS ETF

          KATZ: Rize Pet Care UCITS ETF

          RIZF: Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF

           

          Quelle

          [1] Benchmark Mineral Intelligence 2023, Bloomberg New Energy Finance 2023

          [2] Reuters 2023, Food and Drug Administration 2023

          [3] Forbes 2023, US Bureau of Labor Statistics 2023

          [4] Politico 2022, MJBizDaily 2023

          [5] FXC Intelligence 2023, Financial Times 2023

          [6] American Pet Products Association 2023

          [7] Cybersecurity Ventures 2022, Tanium 2023, Crunchbase 2023

          [8] Morgan Stanley 2023, Bloomberg 2023, Yahoo Finance 2023

          • 1
          • 2
          • 3

          Select Your Country

          United Kingdom
          Germany
          Italy
          Switzerland
          Austria
          Denmark
          Finland
          Ireland
          Luxembourg
          Netherlands
          Norway
          Spain
          Sweden

          Select Your Investor Type

          ======